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Erdbeeren – Kleine Powerfrüchte

Mitte Mai bis August kann man die kleinen, sensiblen Powerfrüchte überall bekommen und genießen. Natürlich ist von Erdbeeren die Rede. Sie wartet nicht nur mit herrlich süßem Geschmack auf, sondern bereichert auch Körper und Seele durch ihre unglaublichen Fähigkeiten, die unsere Haut, Organe und unser Haar schützen und pflegen. Kein Wunder also, dass man bereits im Mittelalter Erdbeeren als Heilpflanze eingesetzt hat.

Herkunft der Erdbeeren

Erdbeeren wurde bereits in der Steinzeit gegessen, jedoch nicht in der Form in der wir sie jetzt kennen. Denn damals gab es die heutige Erdbeere noch nicht, sondern ihre Verwandte die Walderdbeere war verbreitet. Diese Art der Beere ist wesentlich kleiner, dunkler in der Farbe und kräftiger im Geschmack. Ansonsten ähnelt sie von Form und Aufbau komplett unserer heimischen Gartenerdbeere und kann auch nach wie vor kultiviert werden.

Die heutige Erdbeere, welche in Supermärkten zu kaufen ist, ist eine Mischung aus zwei importierten Sorten: der Chile- und der Scharlach-Erdbeere. Beide kamen wahrscheinlich im 18. Jahrhundert nach Europa und wurden dann zufällig gekreuzt. Die daraus entstandene Pflanze nennt sich fragaria x ananassa, unter Botanikern kurz auch Ananas genannt (während die gelbe Tropenfrucht Ananas meist Hawaii-Ananas genannt wird). Die Gartenerdbeere, wie man sie auch nennt, setzte sich im Gegensatz zur Walderdbeere durch, da sie dank der Chile-Erdbeere sehr große Früchte trug und ein starkes Aroma von der Scharlach-Erdbeere geerbt hat.

Was für Früchte sind Erdbeeren?

Erdbeeren werden generell gerne als Obst bezeichnet, schließlich schmecken sie herrlich süß und fruchtig. Der rote Pflanzenteil, den wir genießen, ist jedoch gar nicht die eigentliche Frucht der Pflanze, sondern die vielen kleinen Samen darauf. Aus diesen Samen wachsen neue Erdbeerpflanzen, so der Plan. Die rote Frucht dient dabei einerseits zum Anlocken von Tieren, welche die Erdbeere fressen, die Samen ausscheiden und diese somit an andere Orte gebracht werden. Andererseits verdirbt die Frucht irgendwann, wodurch die Samen auf den Boden gelangen und sich dort einnisten können. Dadurch zählt die Erdbeere botanisch gesehen zu den Scheinfrüchten, genauer gesagt zu den Sammelnussfrüchten und nicht zu den Beeren bzw. zum Obst. Auch Himbeeren und Brombeeren gehören zu diesen Scheinfrüchten. Zu den echten Beeren hingegen zählen Stachelbeeren, Heidelbeeren, Trauben, Tomaten, Gurken und sogar Kürbisse.

Welche Vitamine und Antioxidantien besitzt die Erdbeere?

Sind Erdbeeren gesund? Wie viel darf oder sollte man von den kleinen Früchtchen essen? Stecken da wirklich so viele Vitamine drin, wie man immer sagt? Die Erdbeere ist nicht nur unglaublich lecker und ein Symbolbild für Liebe, Leidenschaft und Sommer, sondern tatsächlich sind Erdbeeren gesund – sehr sogar! Denn die Beeren sind voll mit Vitamine, Mineralien, Phyto-Nährstoffen und Antioxidantien! Sie haben sogar mehr Vitamin C als Orangen, auf 100g nämlich 59g (Orangen liegen bei circa 50/100g). So kann man mit hundert Gramm Erdbeeren schon fast den kompletten Vitamin C Bedarf eines Erwachsenen decken. Daneben hat die kleine Frucht viele B-Vitamine, kaum Kalorien, da sie zu 90% aus Wasser besteht, und viele Mineralien, wie Kalium, Eisen, Mangan und Jod. Besonders wichtig für den Menschen ist Folat, was der Körper selbst nicht herstellen kann, unser aber für den täglichen Bedarf gebraucht wird.

Vorsicht: Folat ist keine Folsäure! Folsäure ist synthetisch hergestellt, während Folat das natürlich vorkommende Mineral ist. So unterscheiden sich die beiden Stoffe in Bezug auf Aufnahmefähigkeit und Bioverfügbarkeit, wobei Folat (als natürlicher Stoff) besser aufgenommen werden kann.

Folat ist vor allem während der Schwangerschaft essentiell, um das Kind mit ausreichend Nährstoffen zu versorgen. Neben zahlreichen Mineralien und Vitaminen, sind Erdbeeren auch reich an Antioxidantien, die unseren Körper vor freien Radikalen schützen. Die Scheinbeeren strotzen dabei vor allem mit Anthocyanen, welche vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen sollen. Auf die Frage ob Erdbeeren gesund sind, kann man also ganz klar mit ja antworten.

Erdbeeren – Gesundheitliche Wirkung

Durch die vielen gesunden Nährstoffe der Powerbeere hat die Erdbeere eine ausgezeichnete gesundheitliche Wirkung und wurde bereits im Mittelalter als Heilpflanze eingesetzt. So sagte bereits Pfarrer Kneipp, dass ein Tee aus Erdbeerblättern gut für die Gesundheit sei und der schwedische Botaniker Linné meinte sogar, die Erdbeere habe seine Gicht geheilt.

Deshalb sollten Sie mehr Erdbeeren essen

Abnehmen mit Erdbeeren

Wer abnehmen möchte, muss auf süße Erdbeeren im Sommer nicht verzichten. Ganz im Gegenteil, greifen Sie beherzt zu! Durch ihren hohen Wassergehalt haben die Beeren kaum Kalorien, dafür jedoch reichlich Vitamine und Nährstoffe. Die vielen Ballaststoffe helfen dem Darm und zudem erhöhen die kleinen Früchte den Hormonspiegel, der für die Regulierung des Hungergefühls zuständig ist. Die roten Beeren sättigen also und vermeiden Heißhungerattacken, denn der fruchteigene Zucker wird nur langsam vom Körper abgebaut. Die Antioxidantien der Erdbeere bekämpft zudem Entzündungen im Körper, die Hormone im Körper blockieren können. Denn bei einer Entzündung schickt der Körper zunächst alle entbehrlichen Kräfte dorthin, um diese zu heilen. So können diese Hormone dann nicht mehr beim Abnehmen helfen. Erdbeeren wirken dem entgegen und unterstützen so optimal bei Diäten und Entschlackungskuren.

In der Schwangerschaft Erdbeeren snacken!

In der Schwangerschaft ist die ausreichende Zufuhr von allen wichtigen Nährstoffen, Vitaminen und Mineralien essentiell. Da die Erdbeere davon besonders viele hat, allen voran die wichtige Folsäure und sehr viel Eisen, ist sie ein hervorragender Snack für Schwangere. Folsäure kann unser Körper nicht selbst herstellen, weshalb er darauf angewiesen ist, dass wir es durch unser Essen aufnehmen. Die Erdbeere enthält sehr viel Folat (die natürlich vorkommende Folsäure) und kann so eine gesunde Entwicklung des ungeborenen Kindes gewährleisten.

Bei Diabetes Erdbeeren essen?

Die rote Erdbeere ist hervorragend für Diabetiker des Typs 2 geeignet, da sie einen niedrigen glykämischen Index von 30 bis 40 hat. Dies rührt daher, dass sie zu 90 Prozent aus Wasser bestehen und die Hälfte ihrer Kohlenhydrate aus einfacher Fructose bestehen. So wird ein schnelles Ansteigen des Blutzuckerspiegels verhindert. Einem erhöhten Insulinspiegel wird damit entgegen gewirkt. Zusätzlich haben Erdbeeren sehr viele Ballaststoffe, die der Körper nicht verdauen kann. Dadurch unterstützen sie eine gesunde Darmflora, weil sie quasi „aufräumen“ und allen angestauten Schmutz mit sich nehmen. Ballaststoffe sind quasi das Peeling des Darms, wenn man es sich so vorstellt. Zudem wirkt ballaststoffreiche Ernährung dem Risiko von Übergewicht, Diabetes und Bluthochdruck entgegen.

Das Powerfrüchtchen hilft auch gegen Pickel

Auch schöne Haut und Haare kann man durch Erdbeeren bekommen. Durch die enthaltene Salicylsäure, den hohen Vitamin C Gehalt und die berühmten Antioxidantien hilft das kleine Früchtchen abgestorbene Hautzellen zu entfernen, Entzündungen (also beispielsweise Pickel) vorzubeugen und kann sogar vor UV-Strahlen schützen. Aber bitte auch immer einen Sonnenschutz verwenden. Durch die entzündungshemmende Wirkung der Nährstoffe können auch erblich bedingter Haarausfall verzögert und Pilzwachstum auf der Kopfhaut verhindert werden.

Erdbeeren bei Magen-Darm-Beschwerden

Wie Sie sehen, haben Erdbeeren enorme gesundheitliche Wirkungen und sind sehr gut verträglich, meist auch bei Fructose-Intoleranten, da sie wenig Fruchtzucker enthalten. So sind sie leicht bekömmlich, schmackhaft und extrem nahrhaft. Aber selbst wenn es einmal im Magen rumort, kann die Erdbeerpflanze Abhilfe schaffen. Dafür brüht man sich einen Tee aus Erdbeerblättern zusammen, den bereits Pfarrer Kneipp empfahl. Der Erdbeerblättertee hilft bei leichtem Durchfall und anderen Magen- und Darmstörungen, wie Blähungen. Auch bei Blasenentzündungen soll er wohltuend wirken und den Heilungsprozess unterstützen.

Fazit: Erdbeeren stehen ihren Verwandten, den Him- und Brombeeren, in nichts nach und können bedenkenlos von Alt und Jung genossen werden. Auch in der Körper- und Haarpflege helfen die roten Früchte zu strahlender, gesunder Haut und glänzendem Haar, sowie zu weißen Zähnen. Beim Frischkauf sollten Sie auf regionale Bio-Produkte setzen, um Pestiziden und langen Transportwegen entgegen zu wirken, da die Beere nach der Ernte nicht mehr nachreift.

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