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Bergamotte – Universelles Heil- und Pflegemittel

Die Bergamotte. Bei uns weitestgehend unbekannt, da sie sehr selten und nur in ausgewählten Spezialgeschäften zu kaufen ist. Wenn man die Bergamotte kennt, dann häufig das aus ihr gewonnene ätherische Öl, das zahlreiche Anwendungsgebiete hat. In Rezepten oder zum Kochen allgemein findet man die Bergamotte eher selten, was daran liegt, dass sie – im Gegensatz zu ihren Verwandten der Zitrone und der Limette – roh fast ungenießbar ist. Trotzdem haben vor allem die Italiener einige herrliche Rezepte für Speisen mit der Bergamotte entwickelt. Die Engländer nutzen die grüne Frucht, um ihren Earl Grey Tee damit anzureichern.

Wissenswertes zur Herkunft der Bergamotte

Mit der Bergamotte wird eine Gruppe der Zitruspflanzen bezeichnet, die als Hybride entweder aus einer Kreuzung zwischen der süßen Limette und der Bitterorange oder zwischen der Bitterorange und der Zitronatzitrone entstanden sind. Die Forscher sind sich der Herkunft noch nicht hundertprozentig sicher, jedoch ähnelt die Frucht im Verlauf der Reifung immer mehr der Zitronatzitrone. Auch die Form der Bergamotte ist oft gewellt bzw. gerippt, genau wie die der Zittronatzitrone.

Neben den Zitrusfrüchten gibt es auch noch eine Gruppe von Birnen, die ebenfalls Bergamotten genannt werden. Eben jene Birnen wurden vermutlich aus der Türkei eingeführt, wo beg armudi (türkisch für Bergamotte) so viel wie Prinzenbirne bedeutet. Sowohl die Zitrusfrucht, als auch die Birnenfrüchte, sehen sich sehr ähnlich, weshalb der Name der Birne vermutlich einfach auf die Bergamotte übertragen wurde. Es gibt jedoch auch die Vermutung, dass die Bergamotte ursprünglich von den Kanaren stammt, von denen Kolumbus höchstpersönlich sie nach Italien eingeführt hat.

Sicher ist, dass die Bergamotte hauptsächlich im südlichsten Zipfel von Italien, in der Region Kalabrien, auf einem ca. 100 Kilometer langen Küstenstreifen angebaut wird. Sie wird auch noch in Westafrika und Indien angebaut, jedoch wird die italienische Bergamotte besonders hoch geschätzt dank ihrer herausragenden Qualität. Die Bergamotte wächst, ebenso wie Limette, Orange und Zitrone, an einem immergrünen Baum, welcher im Frühjahr blüht. Geerntet wird dann zwischen November und März, wo die Frucht dann teilweise auch bei uns in Märkten zu finden ist. Unterschieden wird zwischen drei Sorten. Die älteste Sorte ist Castagnaro, welche vermutlich die Sorte war, welche als erstes im 18. Jahrhundert eingeführt wurde. Die Sorte Femminello produziert das ätherische Öl von höchster Qualität und der Typ Fantastico produziert am meisten ätherisches Bergamotteöl.

Bergamotteöl – Anwendung und Inhaltsstoffe des „grünen Goldes“

Bergamotten werden hauptsächlich zu Bergamotteöl verarbeitet, da die Frucht, anders als ihre Verwandten, roh ungenießbar ist. Sie schmeckt sehr sauer und extrem bitter, weshalb sie in Rezepten nur sehr spärlich und in geringen Mengen verwendet wird. Das Öl der Bergamotte wird außerdem als „grünes Gold“ bezeichnet, da man bis zu 200 Kilogramm der Früchte benötigt, um einen Liter Öl herzustellen. Zudem wächst die Bergamotte nur in sehr wenigen Gebieten, wie dem kurzen Küstenstreifen in Kalabrien. Auch die kleinen Anbaugebiete treiben den Preis in die Höhe und das Bergamotteöl aus Kalabrien gilt als das wertvollste und von höchster Qualität.

Für die Produktion des Öls werden nur die Schalen der Früchte benutzt. Diese werden kalt gepresst werden, um so das Öl zu extrahieren. Das Bergamotteöl duftet herrlich frisch und fruchtig und ist vor allem durch Erfrischungstücher und bekannte Eau de Toilettes, wie das Kölnisch Wasser, bekannt. Der Duft von Bergamotte wird allgemein sehr gerne für Parfums aller Art verwendet und dient dort als Kopfnote. Bergamotte Anwendungsgebiete sind, neben besagter Parfumherstellung, auch die Verwendung in Deodorants, Duschgels, Seifen und sogar Zahnpasten. Dort dient es allerdings auch lediglich als Duftstoff.

Man kann in geringen Mengen Bergamotte durchaus genießbar machen und als Lebensmittel verwenden. So nutzen die Engländer Bergamotte zur Aromatisierung ihres weltberühmten Earl-Grey Tees und in Frankreich und der Türkei gibt es Bonbons, in denen Bergamotte enthalten ist. Als ganz besondere Spezialität gelten Marmeladen, die aus Bergamotten hergestellt wurden und so einen unverwechselbaren Geschmack haben. Bergamotte Anwendungsgebiete sind also vielfältig und auch in der Aromatherapie wird das Bergamotteöl gerne genutzt.

Bergamotte Wirkung in der Aromatherapie

Fast jeder Stoff nimmt irgendeinen Einfluss auf unseren Körper – positiv oder negativ. Emissionen und freie Radikale schaden unserem Körper, während spezielle Düfte und Lebensmittel ihn bei der Heilung und Regeneration unterstützen können. Bergamotte als ätherisches Öl hat zahlreiche Anwendungsgebiete für Körper und Seele. Die Bergamotte Wirkung entfaltet sich hauptsächlich über unser Riechorgan, aber es kann auch gut in Verbindung mit einem Trägeröl auf der Haut und zur Massage verwendet werden.

Bergamotteöl wird nachgesagt, dass es eine fiebersenkende Wirkung hat und Wunden besser heilen lässt, da es antiseptisch wirkt, Schmerzen mildert und die Verdauung unterstützt. Zudem wirkt es, wie fast alle Zitrusfrüchte, stimmungsaufhellend und wirkt positiv auf unsere Gemütslage. Das Bergamotteöl verstärkt zudem die Wirkungen anderer ätherischer Öle. In Verbindung mit weiteren Zitrusfrüchten unterstützt es die gemütsaufhellende Wirkung, in Verbindung mit Lavendel oder Negroni beruhigt und entspannt es umso mehr.

Bergamotteöl als Massageöl und Gesichtswasser

Das Bergamotteöl ist deshalb ein hervorragendes Öl für Aromatherapie-Anfänger, da es sich mit fast jedem Duft mischen lässt. Außerdem lässt es sich auch in Kosmetika verwenden, z.B. als Gesichtswasser, welches gut gegen Unreinheiten und fettige Haut hilft. In einem Trägeröl kann man Bergamotte  wunderbar zur Massage gegen Bauchkrämpfe und Verdauungsstörungen benutzen.

Vorsicht: Sollten Sie das Bergamotteöl auf der Haut verwenden, achten Sie darauf es niemals pur zu verwenden, sondern immer in Verbindung mit einem Trägeröl (z.B. Mandelöl). Zudem sollten Sie nach der Verwendung auf der Haut die eingeriebene Stelle für mindestens 72 Stunden von der Sonne fernhalten. Da Bergamotte (und Zitrusfrüchte allgemein) phototoxisch wirkt, können so schlimme Brandverletzungen oder dunkle Flecken auf der Haut entstehen. Zudem sollten Sie Bergamotteöl nicht auf der Haut oder innerlich anwenden, sollten Sie gerade schwanger sein.

In einem Diffusor oder einer Duftlampe verwendet, kann Bergamotte Unlust, Angst, Müdigkeit und depressiven Verstimmungen entgegen wirken und uns wieder voller Zuversicht und Tatendrang in die Zukunft blicken lassen. Auch gestresste und überarbeitete Nerven beruhigt Bergamotte nachhaltig, was in einer Nervenheilanstalt nachgewiesen werden konnte. Auch bei Entzündungen und Erkrankungen, wie beispielsweise Herpes, Cholesterin-Probleme oder Scheidenpilz, unterstützt es den körpereigenen Heilungsprozess. Es wird zudem auch gerne als Insektenschutz verwendet, ebenso wie Citronella. Ein Fläschchen Bergamotteöl im Haus zu haben, kann in jedem Fall nicht schaden.

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