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Arganöl: Das flüssige Gold aus Marokko

Das aus der Arganfrucht gewonnene Arganöl ist eines der wertvollsten Öle dieser Welt, denn es ist einzigartig. Die Arganbäume wachsen nur in einer einzigen Region, nämlich in Südwest-Marokko, rund um Agadir. Die Region erstreckt sich südlich von Safi bis nach Osten nach Taroudant (und darüber hinaus) und weiter in den Süden bis nach Guelmim. Das umfasst ein Gebiet von fast 820.000 Hektar! Das gesamte Gebiet steht außerdem unter dem Weltkulturerbeschutz, denn der Arganbaum stammt aus dem tertiären Erdzeitalter, welches die Zeit von vor 65 Millionen Jahren bis vor 2 Millionen Jahren bezeichnet.

Die Marokkaner wissen seit Jahrhunderten um die pflegenden und gesunden Eigenschaften des Arganöls und verwenden es seit jeher in der Küche, in der Kosmetik und in der Pflege. Auch in der Wissenschaft gibt es einige Studien zum Arganöl in verschiedenen Anwendungsgebieten, welche die Wirksamkeit des Öls bestätigen.

Aufwendige Herstellung durch Handarbeit

Das Arganöl wird aus den Kernen der Arganfrüchte gewonnen, welche vom Arganbaum stammen. Die Früchte werden per Hand von Frauen vom Boden eingesammelt, nachdem sie vom Baum gefallen sind, denn die Pflanze schützt die Früchte mit Dornen vor Fressfeinden, was das Pflücken erschwert bis unmöglich macht. Allerdings fressen auch gerne Ziegen, Kamelen und Atlashörnchen Argan. Die Ziegen klettern sogar auf den Baum, um die Früchte und Blätter zu erreichen, was oft ein ulkiges Schaubild abgibt. Die Frauen müssen also früh morgens die heruntergefallenen Früchte aufsammeln, damit diese nicht weggefressen werden.

Anschließend werden die gesammelten Früchte zusammengetragen und weiterverarbeitet. Zunächst schlägt man die Argan mit einem Stein auf, um das Fruchtfleisch zu entfernen. Der Kern, auch Arganmandel genannt, wird anschließend aufgeklopft und die Samenplättchen, die darin enthalten sind, werden entweder direkt weiterverarbeitet oder angeröstet. Danach werden die Nüsse per Hand unter Zugabe von lauwarmen Wasser mit einer Steinmühle zermahlen, bis das wertvolle Öl langsam heraustritt. Neben dem Öl entsteht so auch ein Mus, das später zu einem Presskuchen verarbeitet wird. Dieser wird oft gegessen oder an die Tiere verfüttert. Auch das Fruchtfleisch dient oft als Viehfutter oder wird geröstet und als Brennmaterial verwendet. So wird nichts von der kostbaren Arganfrucht verschwendet.

Bei der Herstellung von Arganöl lässt sich auch direkt erkennen, wieso das Öl teuer ist und das auch sein darf. Denn für einen Liter Öl benötigt man ca. 30 Kilogramm Früchte, sowie mindestens sieben bis acht Stunden Handarbeit mehrerer Frauen.

Vielseitige Anwendungsmöglichkeiten für Arganöl

Arganöl hat zahlreiche Anwendungsgebiete. In Marokko und beim dort ansässigen Berberstamm wird es seit jeher in der Küche verwendet, ähnlich wie Oliven- oder auch Schwarzkümmelöl. Das Öl, welches aus angerösteten Nüssen gewonnen wurde, schmeckt dabei besonders nussig und exotisch. Neben seinem einzigartigen Geschmack ist Arganöl aber auch für seinen hohen Vitamin-E Gehalt und die mehrfach ungesättigten Fettsäuren bekannt. So kann das Öl bei regelmäßiger Einnahme das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen mindern und unterstützt beim Abnehmen, da es appetitzügelnd wirkt. Zudem beugt es sogar Krebs vor.

Neben den gesunden Wirkungen wird Arganöl aber vor allem in der Kosmetikbranche verwendet. Das liegt ins Besondere an seinen Antioxidantien, wodurch Arganöl Haut und Haar vor freien Radikalen schützen.  Bei sprödem, trockenem oder zu Spliss neigendem Haar kann man einige Tropfen ins feuchte oder trockene Haar einmassieren und so die Feuchtigkeit im Haar einschließen. Auch auf der Kopfhaut wirkt es wahre Wunder, insbesondere auch bei trockener, empfindlicher und juckender Kopfhaut oder Psoriasis (Schuppenflechte).

Für die Anwendung auf Kopfhaut und Haar können Sie einmal wöchentlich das Öl einmassieren und über Nacht einwirken lassen, so dass sich seine Wirkung voll entfalten kann. Zwar lässt Arganöl Haare nicht schneller, dafür aber gesünder wachsen. Auch vor Hitze kann Arganöl Haare bewahren. Durch die Tocopherole, ein besonderer Inhaltsstoff des Öls, entsteht ein Schutz vor Hitze und UV-Strahlung, welcher natürlich auch bei Glätteeisen und Co. wirkt. So werden die Haare nicht noch zusätzlich strapaziert, sondern bleiben gepflegt und gesund.

Hilfsmittel auch für Problemhaut

Aber nicht nur Haare profitieren vom goldenen Öl, sondern auch die Haut. Hier hat die Anwendung von Arganöl gleich mehrere Wirkungen, denn es hilft sowohl bei unreiner, trockener, fettiger, wunder und juckender Haut, aber auch bei Cellulite, Narben und kleinen Fältchen. Bei Akne oder unreiner Haut kann das Öl Abhilfe schaffen, dank seiner entzündungshemmenden und desinfizierenden Wirkung. Das gleiche gilt auch für kleine Wunden oder Hautprobleme aufgrund hormoneller Schwankungen.

Zudem verstopft Arganöl die Poren nicht, da es nicht komedogen ist. So wird die Haut gepflegt, während sie weiterhin atmen kann. Die Talgproduktion der Poren wird außerdem durch die Verwendung reguliert, wodurch es auch bei fettiger oder Mischhaut eingesetzt werden kann. Durch die reichhaltige Pflege strafft Arganöl Haut zunehmend, kleinere Fältchen vermindern und das Hautbild verbessert sich.  Insbesondere während der Schwangerschaft kann eine regelmäßige Massage Wunder wirken gegen Dehnungsstreifen.

Die Inhaltsstoffe des marokkanischen Öls sorgen übrigens auf natürliche Weise für einen Lichtschutzfaktor 3. Damit können Sie sich zwar nicht ohne zusätzlichen Schutz bräunen, aber bei der After-Sun Pflege erweist sich das Öl als hilfreich, insbesondere bei schmerzhaftem Sonnenbrand. Durch den hohen Gehalt an Vitamin E und Ferulasäure, kühlt es die Haut und lindert die Verbrennung. Durch die vielen Antioxidantien werden zusätzlich die Hautzellen geschützt und deren Regeneration gefördert. Auch für die Nagelpflege und Nagelkrankheiten ist das Öl gut zu verwenden, denn es bekämpft sogar Nagelpilz im Anfangsstadium zuverlässig. So vielseitig einsetzbar, ist kaum ein anderes Öl.

Einnahme und Anwendung: Welches Arganöl nehme ich wofür?

Arganöl gibt es in zwei Ausführungen: einmal wird es aus gerösteten Kernen gewonnen und einmal aus ungerösteten. Beide Öle können Sie sowohl für Haut, Haar und zur Pflege verwenden, aber auch in der Küche zum Essen und Kochen. Generell empfiehlt es sich jedoch in der Küche ein Arganöl aus gerösteten Kernen zu verwenden, da dieses einen leicht nussigen und exotischen Geschmack hat, während das Andere keinerlei Geschmack hat. Letzteres ist dann eher zur Pflege geeignet, außer man riecht gerne nach gerösteten Argankernen.

Für die orale Einnahme wird eine Verzehrmenge von 3 Teelöffeln täglich empfohlen. Diese können Sie pur einnehmen oder in Verbindung mit Salaten, Süß- und Hauptspeisen oder sogar im Smoothie. Ihrer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Da Arganöl einen hohen Rauchpunkt von 250°Celsius hat, können Sie es sogar zum Braten verwenden. Dann verliert es jedoch einen Großteil seiner Antioxidantien und Vitaminen, weshalb Experten empfehlen, das Öl erst nach dem Braten zum Verfeinern hinzuzugeben. Bei kühler und dunkler Lagerung ist das Öl zwischen 12 und 24 Monaten haltbar, nach Anbruch der Flasche sollte es innerhalb von drei Monaten verbraucht werden. Empfehlenswert ist außerdem der Kauf von Bio Arganöl, da dieses garantiert ohne Pestizide, Chemikalien und synthetische Stoffe hergestellt wurde und zudem die marokkanischen Frauen bei der Produktion unterstützt.

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